Die Planungen laufen weiterhin mit Hochdruck. Im letzten halben Jahr, aber auch aktuell noch, werden viele Fachgutachten erstellt, Regelungen für Betroffene (Infrastruktur, Landwirtschaft, Anlieger) gesucht. Hinsichtlich der Wasserversorgung/Grundwasserthematik sind umfangreiche 3D-Grundwassermodellierungen notwendig, ergänzend dazu werden chemisch-physikalische Messprogramme zur Gewässerbelastung (Spurenstoffuntersuchungen) im Grundwasser und im Oberflächenwasser durchgeführt. Die Abstimmungen mit den Betreibern der Weschnitz-kreuzenden Haupt/Fernleitungen von Gas, Trinkwasser- und Infiltrationswasser sind inzwischen weitgehend abgeschlossen . Ein Fachgutachten zur Bewertung der Bedeutung des historischen Weschnitzverlaufes (Mittelalter bzw. zur Zeit der Karolinger - 800 - 900 n. Chr.) zwischen Biblis und Einhausen ist derzeit in Aufstellung. Umfangreich vorbereitete Einzel-Fachgespräche- und Verhandlungen mit besonders betroffenen landwirtschaftlichen Betrieben wurden geführt. Das Flächenmanagement für das Projektgebiet im Vorgriff zur geplanten Flurneuordnung wird vorbereitet, in bislang wenigen Einzelfällen konnten Grundstücke von privat erworben werden.


Die Einholung zusätzlicher Gutachten erfolgt aufgrund frühzeitig gemeldeter Bedenken im Rahmen der Abfrage von Trägern Öffentlicher Belange und ist notwendig für die Vervollständigung der Genehmigungsunterlagen zur Genehmigungsfähigkeit.
Dies hat die - für das Planungsstadium vorgesehene - Zeitschiene etwas gestreckt aber es ist beabsichtigt, bis Ende diesen Jahres den Trassenverlauf aus technisch-fachlicher Sicht mit den Standortgemeinden endgültig abgestimmt zu haben. Infolge dessen erfolgt dann eine weitere- bzw. erneute Informationen für die Öffentlichkeit auf der Homepage. Die Einreichung der Genehmigungsunterlagen beim RP Darmstadt ist nun für das laufende Jahr 2022 vorgesehen.
 
Information zur Hochwassergefahr Einhausen/Biblis

Die Flutkatastrophe in RLP und NRW ist so nicht ganz vergleichbar, da Einhausen/Biblis im Flachland liegt und die Welle hier nicht dieselbe Wucht erreichen kann, wie im Rheinland Pfälzer Mittelgebirge zu sehen war. Das Überflutungszenario durch Rhein und Neckar bei „normalen“ Hochwasserabflüssen, einschl. Dammbruchszenarien, ist in den kommunalen Hochwassergefahrenkarten dargestellt, entspr. Informationen (Überflutungsbetroffenheit sowie Überflutungstiefe) sind dort parzellengenau aufgeführt.
Für Einhausen gibt es HWGK und HWRK von Rhein und Weschnitz, den Betroffenheitsgrad für Einhausen können Sie dort entnehmen.
Hochwassergefahrenkarten Einhausen/Biblis: https://www.hlnug.de/themen/wasser/hochwasser/hochwasserrisikomanagement/mittel-oberrhein/hw-gefahrenkarten
Das Gewässer Weschnitz oder Rhein (=Bereich hessisches Ried, südl. Teil) anklicken, dann: Für die Weschnitz gelten die Karten G35, G36, G38, G39 und G40 etc.
Für den Rhein gelten die Karten G19 und G24 für Einhausen und G 22 sowie G 23 für Biblis.
Hochwasserrisikomanagementpläne Einhausen: https://www.hlnug.de/themen/wasser/hochwasser/hochwasserrisikomanagement/mittel-oberrhein/hw-risikokarten
Das Gewässer Weschnitz oder Rhein (=Bereich hessisches Ried, südl. Teil) anklicken, dann:
Für die Weschnitz gelten die Karten R35, R36, R38, R39, R40
Für den Rhein gelten die Karten R19 und R24 und GR22 sowie R23 für Biblis
Den dazugehörigen schriftlichen Teil (Maßnahmensteckbriefe) finden Sie unter:
https://www.hlnug.de/fileadmin/dokumente/wasser/hochwasser/hwrmp/Rhein/steckbrief/HWRMP_3_Rhein_Weschnitz_Anlagenreihe_D_Massnahmenplanung.pdf Brennpunkt 4 Biblis, Seite 101 und Brennpunkt 5 Einhausen, Seite 117.
 
In dem Zusammenhang sei darauf hinwiesen, das der Schutz gegen Hochwasser in Deutschland üblicherweise bei einem hundertjährlichem Ereignis „endet“, d. h. z. Bsp., das Binnendeiche, Hochwasserrückhaltebecken, etc. nur bis zu diesem Abflussmaß gerechnet, gebaut und auch modernisiert werden. Es gib keine gesetzlich fixierte „Schutzhöhe“ für welche die öffentl. Hand eine Verpflichtung trägt. In Ausnahmefällen geht man darüber hinaus, wie z. Bsp. beim Rhein, der (mit den Anrainer-Staaten vertraglich vereinbart) in allen angrenzenden Ländern seit rd. 30 Jahren auf ein HQ200 ausgebaut wird. Für den Neckar gilt dies zum Beispiel nicht.
Bei den Hochwassergefahrenkarten (HWGK) und Hochwasserrisikomanagementplänen (HWRMP) ist  -neben dem HQ100 („Rhein: HQ200“) entspricht einem Rheinabfluss von 6.000 m³/s am Pegel Worms - auch noch ein „HQextrem“ dargestellt, was deutschlandweit regional unterschiedlich angesetzt wurde, maximal aber mit dem Faktor 1,3 x HQ100 gerechnet wird. So soll den steigenden Klimaveränderungen Rechnung getragen werden. Bei der Dimensionierung  der Regen- und Schmutzwasserkanalisation einer Ortsentwässerung wird üblicherweise mit Ereignissen nicht über 2 bis 5 Jahren (HQ2 bis HQ5) gerechnet, größere Dimensionierungen finden nur in begründeten Ausnahmefällen statt und haben dann auch schon erste Probleme mit dem Schmutzfrachttransport bei Trockenwetter.
Zum Vergleich: Die Ereignisse in NRW und RLP sind in Zahlen zwar noch nicht richtig aufgearbeitet aber es wird abgeschätz, dass es dort punktuell zu Abflussereignissen im Bereich der „Mehrhundert- wenn nicht sogar -tausendjährlichkeit“ gekommen ist, auch dort wurden alle nur annehmbaren Szenarien weit übertroffen, einschließlich die der Gefahrenabwehr.
 
Gewässerverband Bergstraße im Juli 2021